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Organisation11 Min. Lesezeit13.10.2026

Pferdeberufe: Was kostet die Ausbildung, was verdient man?

Pferdeosteopathin, Pferdephysio, Hufpflegerin, Trainerin oder Futterberaterin werden: Wie die Ausbildung abläuft, was sie kostet und was man verdienen kann.

Der Arbeitstag als selbstständiger Pferdeprofi in EquiNota: Termine, Tour, offene Rechnungen und neue Kundinnen.
Der Arbeitstag als selbstständiger Pferdeprofi in EquiNota: Termine, Tour, offene Rechnungen und neue Kundinnen.

„Pferdeosteopath Gehalt“, „Hufpfleger Ausbildung Kosten“, „Pferdephysiotherapeut werden“: Solche Fragen gehören zu den häufigsten, die bei Google rund um Pferdeberufe eingegeben werden. Kein Wunder, denn wer mit Pferden arbeiten will, steht vor einer riesigen Auswahl an Schulen, Zertifikaten und Versprechen. Die meisten Pferdeberufe sind nicht staatlich geregelt. Das heißt, jede Schule entscheidet selbst, wie lange ihre Ausbildung dauert und was sie kostet, und beim Verdienst gibt es keine Tarife. In diesem Beitrag steht, wie die Ausbildungen in den wichtigsten Pferdeberufen grundsätzlich ablaufen, worauf du bei der Auswahl einer Schule achtest, wie du die Ausbildung finanzieren kannst und wie du realistisch ausrechnest, was am Ende übrig bleibt. Ich habe mich selbst mit Pferden selbstständig gemacht und bilde inzwischen auch Futterberaterinnen aus. Deshalb weiß ich, wie unterschiedlich Ausbildungen sein können. Am Ende findest du eine Übersicht aller Berufe in einer Tabelle. Die Kosten sind grobe Spannen, frag immer bei mehreren Schulen nach.

Welche Pferdeberufe gibt es, und welche sind staatlich geregelt?

Staatlich geregelt sind vor allem der Pferdewirt als dreijährige Berufsausbildung, der Hufbeschlagschmied mit staatlicher Anerkennung und natürlich die Tierärztin. Pferdeosteopathie, Pferdephysiotherapie, Tierheilpraxis, Hufpflege ohne Eisen, Futterberatung und Training lernt man an privaten Schulen oder über Verbände, ohne staatliche Prüfung. Entsprechend groß sind die Unterschiede zwischen den Ausbildungen.

Das hat zwei Seiten. Einerseits kannst du flexibel einsteigen, oft berufsbegleitend, und musst nicht drei Jahre in Vollzeit lernen. Andererseits ist die Qualität der Ausbildungen sehr unterschiedlich. Ein Zertifikat nach einem Wochenendkurs und eine zweijährige Ausbildung mit vielen Praxisstunden tragen manchmal denselben Namen.

Beim Reiten und Trainieren gibt es außerdem die Lizenzen der Reiterlichen Vereinigung, also Trainerin C, B und A. Sie sind Verbandsabschlüsse und kein staatlicher Beruf, werden aber von vielen Vereinen und Versicherern als Nachweis anerkannt.

Wichtig für später: Du darfst nur Titel führen, die du wirklich erworben hast. Wer mit einer Ausbildung wirbt, die noch nicht abgeschlossen ist, riskiert eine Abmahnung. Mehr dazu steht in Abmahnung als Pferdeprofi.

Wie werde ich Pferdeosteopathin oder Pferdephysiotherapeutin?

Über eine Ausbildung an einer privaten Schule, meistens berufsbegleitend mit Präsenzwochenenden, Praxistagen und einer Abschlussprüfung der Schule. Die Dauer reicht je nach Anbieter von einigen Monaten bis zu zwei oder drei Jahren. Manche Schulen setzen eine Ausbildung in der Humanphysiotherapie oder Erfahrung mit Pferden voraus, andere nicht.

Achte bei der Auswahl darauf, wie viele Stunden du wirklich am Pferd übst und unter Anleitung behandelst. Anatomie und Theorie kann man auch aus Büchern lernen, das Gefühl in den Händen nicht. Frag nach der Zahl der Praxisstunden, nach der Gruppengröße und danach, ob du Absolventinnen sprechen kannst.

Viele Schulen bieten Physiotherapie und Osteopathie zusammen oder aufeinander aufbauend an. Das kann sinnvoll sein, verlängert aber die Ausbildung und erhöht die Kosten. Überleg vorher, womit du später tatsächlich arbeiten willst.

Bei Google wird auch oft nach einem Fernstudium gesucht. Reine Theorieanteile lassen sich gut aus der Ferne lernen, die praktische Arbeit am Pferd aber nicht. Eine Ausbildung ohne Praxis vor Ort würde ich für Behandlungsberufe nicht empfehlen.

Wie werde ich Hufpflegerin oder Hufschmiedin?

Für den Hufbeschlag mit Eisen brauchst du die staatliche Anerkennung als Hufbeschlagschmiedin, mit Vorbereitungslehrgang an einer Hufbeschlagschule und staatlicher Prüfung. Für die Hufpflege ohne Eisen, also Barhufbearbeitung, gibt es Ausbildungen bei privaten Schulen und Verbänden, oft über ein bis zwei Jahre mit viel Praxis.

Was genau du ohne staatliche Anerkennung machen darfst, regelt das Hufbeschlaggesetz. Wer Hufschuhe anpasst, Klebebeschläge verwendet oder orthopädisch arbeitet, sollte vor der Ausbildung klären, welche Tätigkeiten damit erlaubt sind. Frag dazu bei den Verbänden für Huftechnik oder Hufpflege nach.

Gerade bei der Hufbearbeitung ist Praxis alles. Gute Ausbildungen lassen dich viele Hufe unter Aufsicht bearbeiten, bevor du allein losziehst. Achte außerdem darauf, ob die Ausbildung körperlich realistisch für dich ist. Hufbearbeitung geht auf Rücken und Knie, und das jeden Tag.

Bei Google taucht auch „Hufpfleger Ausbildung online“ auf. Theorie und Anatomie lassen sich online lernen, aber einen Huf lernt man nur am Pferd zu bearbeiten. Eine reine Onlineausbildung ersetzt das nicht.

Wie werde ich Reitlehrerin oder Pferdetrainerin?

Über die Ausbildung zur Pferdewirtin, die staatlich geregelt ist, über die Trainerlizenzen der Reiterlichen Vereinigung oder über private Ausbildungen in bestimmten Reitweisen und Trainingsmethoden. Für die Trainerlizenzen gibt es Voraussetzungen wie Reitabzeichen, Mindestalter und Lehrgänge mit Prüfung. Welcher Weg passt, hängt davon ab, wo und wen du unterrichten willst.

Die Pferdewirtin mit Fachrichtung Klassische Reitausbildung ist der klassische Weg, wenn du auf großen Anlagen arbeiten oder später den Meister machen willst. Sie dauert drei Jahre in einem Ausbildungsbetrieb. Die Trainerlizenzen sind für viele der flexiblere Einstieg, gerade wenn man nebenberuflich unterrichten möchte.

Daneben gibt es viele private Ausbildungen, etwa im Westernreiten, in der Akademischen Reitkunst, in Bodenarbeit oder im Horsemanship. Hier gilt dasselbe wie bei den Behandlungsberufen: genau schauen, wie viel Praxis dabei ist und was du am Ende wirklich kannst.

Unabhängig vom Abschluss gilt: Selbstständige Reitlehrerinnen und Trainerinnen sind oft rentenversicherungspflichtig. Was dazu und zu den Versicherungen gehört, steht in Reitlehrer-Versicherung.

Wie werde ich Futterberaterin für Pferde?

Über eine Ausbildung an einer privaten Schule oder einen Onlinekurs. Gute Ausbildungen vermitteln die Grundlagen der Verdauung und des Nährstoffbedarfs, das Rechnen von Rationen mit echten Zahlen, das Lesen von Heuanalysen und Blutbildern und den Umgang mit Pferden, die Stoffwechselprobleme haben. Ohne Rationsberechnung bleibt Futterberatung oft beim Bauchgefühl.

Achte darauf, ob die Ausbildung herstellerunabhängig ist. Manche Kurse werden von Futtermittelfirmen angeboten und laufen am Ende auf deren Produkte hinaus. Das ist nicht automatisch schlecht, du solltest es aber wissen. Frag auch, ob du mit echten Fällen übst und ob es eine Rationssoftware gibt, mit der du später arbeiten kannst.

Bei Futterberatung ist die Grenze zur Tiermedizin wichtig. Du berätst zur Fütterung, du stellst keine Diagnosen. Eine gute Ausbildung bringt dir auch bei, wann eine Kundin zur Tierärztin gehört.

Ich biete selbst ein Selbststudium Ganzheitliche Pferdefütterung für 499 € an, mit allen Lektionen meiner Ausbildung zum Selbstlernen. So kannst du in deinem eigenen Tempo prüfen, ob die Futterberatung zu dir passt.

Worauf achte ich bei der Auswahl einer Schule?

Auf die Zahl der Praxisstunden, die Qualifikation der Lehrenden, echte Erfahrungsberichte von Absolventinnen, transparente Gesamtkosten inklusive Prüfung, Material und Reisen und klare Regeln, was bei Abbruch passiert. Bei Fernlehrgängen mit Betreuung und Lernkontrolle ist außerdem eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht nötig.

Diese Zulassung ist wichtig, weil sie dich schützt. Ein Fernlehrgang, bei dem du begleitet wirst und dein Lernfortschritt kontrolliert wird, braucht eine Zulassung, sonst ist der Vertrag nach der Rechtsprechung unwirksam. Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2025 gilt das auch für Verträge mit Selbstständigen. Frag die Schule nach ihrer Zulassungsnummer.

Sei vorsichtig bei Versprechen zum Verdienst. Sätze wie „Nach der Ausbildung verdienst du 5.000 Euro im Monat“ kann niemand seriös versprechen, weil es von dir, deiner Region und deinen Preisen abhängt. Eine gute Schule erklärt dir lieber, wie du dein Business aufbaust.

Rechne die Gesamtkosten zusammen. Neben der Kursgebühr kommen oft Prüfungsgebühren, Material, Fahrten zu Präsenzterminen, Übernachtungen und manchmal Praktika dazu. Erst diese Summe ist vergleichbar.

Wie kann ich eine Ausbildung in einem Pferdeberuf finanzieren?

Viele zahlen in Raten, die die Schulen anbieten. Je nach Situation gibt es außerdem Förderung: einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur, wenn der Kurs dafür zugelassen ist, Aufstiegs-BAföG für Meisterkurse wie den Pferdewirtschaftsmeister und Förderprogramme einzelner Bundesländer. Die Kosten kannst du oft steuerlich geltend machen.

Für den Bildungsgutschein muss die Schule nach den Regeln der Arbeitsförderung zertifiziert sein. Das ist bei vielen privaten Pferdeschulen nicht der Fall. Frag deshalb vorher bei der Schule und bei deiner Arbeitsagentur nach.

Steuerlich zählen die Kosten für eine Ausbildung, die du für einen künftigen Beruf machst, in vielen Fällen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Bei einer Erstausbildung gelten andere Regeln. Heb alle Rechnungen auf und frag beim Finanzamt nach, wie du sie angeben kannst.

Viele beginnen die Ausbildung berufsbegleitend und fangen nebenberuflich an, bevor sie den alten Job aufgeben. Das nimmt Druck raus und gibt dir Zeit, Kundinnen zu gewinnen. Was du dabei beachten musst, steht in Als Pferdeprofi selbstständig machen.

Was verdient man als Pferdeprofi?

Dafür gibt es keine verlässliche Statistik, weil die meisten selbstständig arbeiten und ihre Preise selbst festlegen. Was am Ende übrig bleibt, hängt von deinem Preis, der Zahl der Termine pro Woche, der Anfahrt, deinen Kosten und den Wochen im Jahr ab, in denen du wirklich arbeitest. Rechne das für dich selbst aus.

Viele Angaben zum „Gehalt“ im Internet beziehen sich auf Angestellte, etwa in Pferdekliniken oder großen Ställen, oder sind einfach Schätzungen. Für Selbstständige sagen sie wenig. Wichtiger ist eine eigene Rechnung, und die ist gar nicht so schwer.

Hier ein Rechenbeispiel, mit angenommenen Zahlen, die du durch deine eigenen ersetzt: Du nimmst 85 Euro je Behandlung und schaffst 15 Behandlungen in der Woche. Bei 44 Arbeitswochen im Jahr, weil Urlaub, Krankheit und Fortbildung abgehen, sind das 56.100 Euro Umsatz. Davon gehen die Kosten ab, etwa für Auto, Versicherungen, Krankenversicherung, Material, Fortbildung, Telefon und Software.

Posten im Rechenbeispiel Betrag im Jahr
Umsatz, 85 € × 15 Behandlungen × 44 Wochen 56.100 €
Auto und Fahrtkosten minus 8.000 €
Krankenversicherung minus 6.000 €
Versicherungen, Material, Fortbildung, Software minus 4.000 €
Gewinn vor Steuern und Rente 38.100 €

Von diesem Gewinn gehen noch Einkommensteuer und, je nach Beruf, Rentenbeiträge ab. Die Zahlen sind ein Beispiel und kein Durchschnitt. Wie du deinen eigenen Preis so kalkulierst, dass am Ende genug bleibt, steht in Preise kalkulieren als Pferdeprofi.

Welche Pferdeberufe gibt es im Überblick?

Die Tabelle zeigt die wichtigsten Pferdeberufe mit dem Weg dorthin und groben Spannen für Dauer und Kosten. Die Werte unterscheiden sich je nach Schule und Verband stark, sie sollen dir nur eine Richtung geben. Frag immer bei mehreren Anbietern nach den Gesamtkosten.

Beruf Geregelt? Weg Dauer, grob
Pferdewirtin Staatlich Duale Ausbildung im Betrieb 3 Jahre
Hufbeschlagschmiedin Staatlich anerkannt Lehrgang und staatliche Prüfung Je nach Vorbildung, mehrere Monate bis Jahre
Hufpflegerin ohne Eisen Nein Private Schule oder Verband Etwa 1 bis 2 Jahre
Pferdeosteopathin Nein Private Schule, meist berufsbegleitend Einige Monate bis 3 Jahre
Pferdephysiotherapeutin Nein Private Schule, meist berufsbegleitend Einige Monate bis 2 Jahre
Tierheilpraktikerin Nein Private Schule oder Fernlehrgang Etwa 1 bis 3 Jahre
Reitlehrerin, Trainerin Verbandslizenz Trainerlizenz C, B, A oder private Ausbildung Lehrgänge über Wochen bis Monate
Futterberaterin Nein Private Schule oder Onlinekurs Einige Monate bis 1 Jahr
Pferdezahnpflege Nein, Sedierung nur durch Tierärztin Private Schule Etwa 1 bis 2 Jahre

Die Kosten reichen bei privaten Ausbildungen von wenigen tausend Euro bis deutlich über zehntausend Euro, je nach Dauer, Praxisanteil und Reisekosten.

Wie hilft mir EquiNota nach der Ausbildung?

Mit der Kundenverwaltung startest du vom ersten Tag an sortiert: Kundinnen und Pferde, Termine mit Tourplanung, Notizen zu jeder Behandlung, Online-Buchung und Rechnungen an einer Stelle, für alle Pferdeberufe. Du zahlst einmal für 1 bis 12 Monate, ab 19 €, ohne Abo. Gerade am Anfang kannst du so erst einmal testen.

Nach der Ausbildung kommen die ersten Kundinnen oft schneller als gedacht, über Freundinnen im Stall, Empfehlungen und Social Media. Wer dann mit Zetteln, WhatsApp und Excel anfängt, sitzt nach einem halben Jahr vor einem Durcheinander. Mit EquiNota siehst du bei jedem Pferd, was du wann gemacht hast, und welche Rechnung noch offen ist.

Die Kundenverwaltung kostet 19 € für einen Monat, 54 € für drei, 99 € für sechs, 139 € für neun und 179 € für zwölf Monate. Danach endet der Zugang von selbst. Alle Laufzeiten findest du bei den Preisen auf equinota.de.

Für deinen Auftritt baue ich dir eine Homepage ab 390 €, und Flyer, Preislisten und Instagram-Beiträge gestaltest du mit Gestalten ab 9 € im Monat selbst. Was auf deine Homepage gehört, steht in Homepage für Pferdeprofis.

Häufige Fragen

Was verdient eine Pferdeosteopathin?

Dafür gibt es keine verlässliche Statistik, weil die meisten selbstständig sind. Der Verdienst hängt von Preis, Zahl der Behandlungen, Anfahrt und Kosten ab. Rechne mit deinen eigenen Zahlen, wie im Rechenbeispiel oben. Durchschnittswerte aus dem Internet helfen dir dabei wenig.

Kann ich Pferdephysiotherapeutin im Fernstudium werden?

Die Theorie kannst du gut aus der Ferne lernen, die Arbeit am Pferd nicht. Achte darauf, dass die Ausbildung genug Praxis vor Ort enthält. Bei Fernlehrgängen mit Betreuung und Lernkontrolle sollte die Schule eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht haben.

Brauche ich eine Ausbildung, um als Hufpflegerin zu arbeiten?

Für den Hufbeschlag mit Eisen brauchst du die staatliche Anerkennung. Für die Barhufbearbeitung ist keine staatliche Prüfung vorgeschrieben, eine fundierte Ausbildung mit viel Praxis ist aber dringend zu empfehlen. Sie ist auch für Versicherung und Haftung wichtig.

Kann ich mit Pferden nebenberuflich anfangen?

Ja, das machen viele. Du kannst die Ausbildung berufsbegleitend machen und mit wenigen Kundinnen nebenbei starten. Melde dich beim Finanzamt an, prüf deine Versicherung und kläre mit deinem Arbeitgeber, ob die Nebentätigkeit in Ordnung ist.

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